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Aktuelles » Lektorin analysiert Hamanns Aussage

15.12.2015

Mitbegründerin der Fernsehturmfreunde widerspricht Jörg Hamann

Wie es der Zufall so will, ist die Mitbegründerin der Fernsehturmfreunde-Initiative, Frau Katharina Georgi, professionelle Lektorin. Sie hat die Falschaussage und nachträgliche Entschuldigung des Bahnprojektsprechers Jörg Hamann in der SWR-TV-Sendung "Zur Sache Baden-Württemberg" aus sprachlicher Sicht analysiert und kommt zu folgendem Ergebnis:

Katharina Georgi:

Das Vorkommen quellfähigen Gipskeupers unter dem Stuttgarter Stadtteil Degerloch und damit auch unter dem Fernsehturm ist unbestritten. Deswegen warnen die Fernsehturmfreunde davor, genau an dieser heiklen Stelle den Fildertunnel zu bohren. Jörg Hamann, Pressesprecher der Deutschen Bahn, versuchte, in dem Fernsehbeitrag "Zur Sache Baden-Württemberg" am 10.12.2015 im SWR die Stuttgarter und Baden-Württemberger Bevölkerung zu beruhigen, indem er wörtlich Folgendes zum Gipskeupervorkommen unter dem Fernsehturm äußerte:

"...diese Frage stellt sich hier gar nicht, weil wir dort unter dem Fernsehturm im ausgelaugten trockenen Gipskeuper bauen..."

Auf die Unkorrektheit seiner Behauptung aufmerksam gemacht, entschuldigte er sich beim (nicht im!) SWR-Fernsehen mit einem "Versprecher".

Hätte er lediglich von "ausgelaugtem" Gipskeuper gesprochen, könnte man ihm einen Versprecher abnehmen, weil dabei lediglich eine kleine Vorsilbe fehlt. Jedoch hat er seine Aussage doppelt untermauert, indem er zusätzlich den "trockenen" Gipskeuper erwähnt. Bei allem was recht ist, aber so ein doppelter "Versprecher" zeugt doch eher von Absicht und bewusster Falschbehauptung als von einem Versehen. Der aufmerksame Zuhörer kann sich somit des Verdachts nicht erwehren, dass er hier bewusst und mit Intention getäuscht werden soll, indem ihm suggeriert wird, dass der Gipskeuper gleich doppelt sicher ist. Nein, Herr Hamann, das Gegenteil ist der Fall, und als Sprecher der Bahn sollten Sie Ihre Worte gut abwägen und doppelt nachdenken, bevor Sie etwas Unwahres zu einem so heiklen Thema sagen! Da die Unwahrheit nun einmal ausgesprochen ist, wäre eine öffentliche und deutliche Richtigstellung - am besten auch im SWR - angebracht, denn die Bürger haben ein Recht auf wahrheitsgemäße und vollständige Information. Wir wären Ihnen bei einer korrekten Formulierung auch gerne behilflich!

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